Am Sonntag kommt es in der Jeveraner Sporthalle in der Jahnstraße zu einem äußerst brisanten Pokalturnier. Gastgeber HG Jever/Schortens 2 empfängt dabei ab 13:00 Uhr den TS Hoykenkamp und die SG VTB/Altjührden.

Vom Papier her ist die Mannschaft aus Altjührden sicher haushoher Favorit, schließlich ist der Oberligist 3 Spielklassen höher als Hoyenkamp und gar 4 Klassen höher als die Gastgeber angesiedelt, doch schaut man sich den Kader der Jeveraner an, verschieben sich etwas die Vorzeichen. Gespickt mit zahlreichen ehemaligen Bundesligaspielern sind die Männer aus der Kreisstadt seit über 80 Ligaspielen ungeschlagen und auch ihr bisher einziges Saisonspiel war mit 47:26 ein Kantersieg. Zusätzliche Brisanz erhält das Spiel sicherlich dadurch, dass Trainer Christian Schmalz in der letzten Winterpause vom Gastgeber nach Altjührden gewechselt ist. Des Weiteren stehen in den Reihen der Gastgeber viele ehemalige Vareler wie z. B. Phillip Willgerodt, Jan-Hendrik Behrends, Kai Behrend oder Thorge Linda, welche extrem heiß sein werden und ihren alten Club aus dem Pokal werfen wollen. „Ich habe schon erfahren, die werden mit allen 16 Spielern antreten. Die sind extrem heiß und wollen unbedingt den HVN-Pokal gewinnen,“ weiß Christian Schmalz. Da nur noch 4 Oberligisten unter den letzten 25 Mannschaften im Pokal vertreten sind, rechnet man sich in der Bierstadt eine realistische Chance aus, die Trophäe in diesem Jahr nach Jever zu holen. Wie ehrgeizig die Kreisstädter sind, zeigt die Tatsache, dass schon beim letzten Heimspiel gegen Habenhausen einige Spieler zugegen waren und auch ein Trainingsspiel der Vareler gegen HG Jever/Schortens 1 ausgiebig genutzt wurde, um die Mannschaft ihres Ex-Trainers zu studieren. „Mit etwas mehr Training könnten sie auch in unserer Liga mithalten,“ schätzt Schmalz seine ehemaligen Schützlinge ein. „Ich will aber auch Hoykenkamp nicht unterschätzen,“ warnt Schmalz davor, sich nur auf die Altstars zu fokussieren. Der Absteiger aus der Landesliga strebt den direkten Wiederaufstieg an und thront mit 10:0 Punkten an der Tabellenspitze der Landesklasse Weser/Ems. Außerdem haben sie mit Sebastian Rabe den alles überragenden Toptorschützen der Liga in ihren Reihen, welcher im Schnitt 13 Mal pro Spiel erfolgreich ist. „Die werden mit breiter Brust auftreten und haben nichts zu verlieren“ erwartet Schmalz harte Gegenwehr. Um 13:00 Uhr kommt es zum Duell zwischen Jever und Hoykenkamp, ehe Altjührden um 14:30 Uhr auf Hoykenkamp trifft. Den Abschluss bildet dann um 16:00 Uhr das Friesland Derby zwischen. Die Spielzeit beträgt 2 x 20 Minuten. „Wir schauen uns das erste Spiel an und wissen dann, was uns erwartet. Dann spielen wir praktisch ein Halbfinale und anschließend ein Finale um den Einzug in die nächste Runde,“ gibt Schmalz die Herangehensweise vor. „Wir haben im Pokal gemeldet, weil wir ihm gewinnen wollen, sonst hätten wir auch verzichten können,“ stellt Schmalz klar. Allerdings kommt der Umstand hinzu, dass auch in Jever wieder kein Harz benutzt werden darf. Was dass bedeutet, haben die Vareler beim letzten Punktspiel schmerzlich erfahren, als bei der Niederlage in Rotenburg zahlreiche teils eklatante technische Fehler das Spiel erschwerte. Auch personell ist die Situation alles andere als erfreulich. Neben den 3 Langzeitverletzten fehlten in der Trainingswoche mit Dennis Summa und Lukas Rüdebusch 2 weitere Spieler krankheitsbedingt. Trotz aller Widrigkeiten gehen die Vareler selbstbewusst in Spiel. Wir fahren da hin und wollen gewinnen,“ zeigt sich Mannschaftskapitän Kai Schildknecht kämpferisch. Auf alle Fälle verspricht die Konstellation einen spannenden und brisanten Handballnachmittag.