Die Vareler Handballer trauern um Enno Ulffers. Ein großartiger und liebevoller Mensch hinterlässt eine große Lücke in der Handballsport-Familie der SG VTB/Altjührden. Am 11. April 2020 ist Enno Ulffers im Alter von 88 Jahren verstorben. Er ist die Person, die den Handballsport in Varel über 40 Jahre maßgeblich gelenkt und geprägt hat.

Enno Ulffers wurde am 1. Dezember 1931 geboren und wächst mit zwei Schwestern in seinem Elternhaus Am Vareler Hafen 3 auf. Der Vater fällt 1944 im Krieg und so ist die Mutter mit den Kindern ganz auf sich gestellt. Er besucht zunächst die Grundschule Osterstraße und anschließend die „Oberschule für Jungen“, das heutige Lothar-Meyer-Gymnasium. Nach der Mittleren Reife schließt sich eine Lehre zum Großhandelskaufmann bei der früheren Vareler Firma H. F. Rüther, einem Lebensmittel- und Kohlegroßhandel am Bahnhof, an. Gleich nach der Ausbildung verspürt er den unternehmerischen Drang, sich selbständig zu machen. Gerade mal 19 Jahre alt, zieht er mit Pferd und Wagen ins Moor und in den Wald und bringt seine Brennstoffe von Haus zu Haus an den Mann. Aus dem kleinen Handel entwickelte sich mit den Jahren ein Unternehmen, das nie stillstand.

Seine Frau Hiltraut lernte er 1959 in Dangast auf einer Bootsfahrt kennen, geheiratet wurde 1961. Die beiden bekommen drei Töchter.

Seine erste sportliche Liebe fand er zunächst beim Rugby. Mit dem Handball begann er erst Ende der 60er Jahre bei den „Alten Herren“. Mit der Übernahme der Abteilungsleitung der Sparte Handball des VTB, dem Zusammenschluss mit dem TV Altjührden 1974 und der Freundschaft zu Manfred Schmidt (maschal) vollzog sich nach und nach die Entwicklung vom Breitensport zum Leistungssport. Mit dem Aufstieg von der Oberliga in die Regionalliga wurden die ersten handballstarken „Ausländer“ verpflichtet, und fortwährend war Enno Ulffers bemüht, in Varel guten Handballsport auf solider wirtschaftlicher Grundlage zu präsentieren. Wie kein anderer hat Enno Ulffers den Aufstieg des Vareler Leistungshandballs gefördert, unterstützt und begleitet. 24 Jahre in der 2. Handball-Bundesliga sind auch und gerade sein Verdienst, auf den er sehr stolz sein konnte.

Nach dem Abstieg der SG VTB/Altjührden im Sommer 2017 und dem danach eingeleiteten Umbruch übergab er die Geschäftsführung an Piet Ligthart – doch er hielt immer den Kontakt und tauschte sich noch sehr oft mit den nun Verantwortlichen aus. Bis zuletzt besuchte er gerne die Heimspiele seines Vereins, den er doch über so viele Jahre maßgeblich geprägt hatte.

Seine Werte und Worte haben uns geprägt und werden uns auf unserem Weg noch lange weiter begleiten. Sein ruhige, sachliche Art mit Blick auf das Mögliche, aber mehr noch seine menschliche Wärme und der Umstand, dass er nie selbst im Rampenlicht stehen wollte werden uns immer in Erinnerung bleiben. So bleiben wir zurück in Trauer und voller Dankbarkeit und möchten der Familie und den Angehörigen unser aufrichtiges Mitgefühl aussprechen und wünschen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Geschäftsführung, Kompetenzteam, Spieler, Trainer und Ehrenamtliche der SG VTB/Altjühren