Die Einstellung des Spielbetriebs der Handball-Oberliga aufgrund der Corona Pandemie stellt auch die SG VTB/Altjührden vor große Probleme und Herausforderungen. Die Verantwortlichen führen gerade viele Gespräche und arbeiten an Lösungen für die Zukunft.

Um die finanziellen Einbußen der laufenden Saison abzufedern, haben sich alle Spieler, Trainer und weitere Angestellte dazu bereit erklärt, auf Teile ihrer Bezüge zu verzichten. Bei einigen kann auch die Kurzarbeiterreglung genutzt werden. „Durch die ausgefallenen Spiele sowie die vorzeitige Beendigung der Saison geht uns eine erhebliche Summe an Einnahmen verloren. Alle Beteiligten tragen mit ihrem Verzicht dazu bei, dass wir die Ausfälle zum Teil kompensieren können. Auch wenn die Lage noch angespannt ist, möchte ich dafür einen großen Dank aussprechen,“ erklärt der sportliche Leiter Christoph Deters die aktuelle Lage. Hinzu kommt die Tatsache, dass die zuständige Berufsgenossenschaft ihre Beiträge trotz der Corona-Krise merkbar erhöht hat. Ein Umstand, der auch in der 1. Bundesliga für Unverständnis sorgt. „Es gibt rückwirkend eine Beitragssteigerung durch die Verwaltungsberufsgenossenschaft für 2019. Diese weitere, ligaweite Belastung sehen wir als blanken Hohn an,“ kommentiert der Geschäftsführer des Bergischen HC Jörg Föste auf www handball-world.com diese Zusatzkosten. Aber auch ein Blick in die Zukunft ist ein wenig besorgniserregend. „Die wirtschaftlichen Folgen sind für uns in Gänze noch nicht absehbar. Schon jetzt haben uns einige Sponsoren signalisiert, dass ihre finanzielle Situation ein weiteres Sponsoring vorerst nicht erlaubt. Nach heutigem Kenntnisstand drohen Einbußen von mindestens 50 Prozent des Gesamtetats. Und ich glaube, viele unserer gut 140 Partner haben noch gar keinen Überblick, ob und wenn ja in wie weit sie uns weiter unterstützen können,“ sieht Geschäftsführer Piet Ligthart in eine ungewisse Zukunft. Hinzu kommt das Problem, dass niemand sagen kann, wann und unter welchen Umständen die neue Saison starten wird, auch Heimspiele vor Zuschauern in diesem Kalenderjahr sind fraglich und können nicht eingeplant werden. Folgerichtig haben die Vareler die Gespräche zu den Spielern gesucht, die ab Sommer einen gültigen Vertrag besitzen; die ausschließlich vor der Pandemie erzielten Verträge wird der Verein nicht einhalten können! „Wir hatten fruchtbare Gesprächen mit den Spielern, uns allen ist derzeitige Situation bewusst. Umso erfreuter bin ich, dass wir fast alle Verträge aufheben konnten und uns nun für neue Konditionen einbringen können. Der Dank gilt hier allen Beteiligten,“ gibt Deters weiterhin bekannt, dass der Verein aktuell keine seriöse Aussage treffen kann, wie es wirtschaftlich weitergehen wird. „Fakt ist aber, dass wir mit den bestehenden Verträgen in unser Verderben gelaufen wären.“ Die meisten Spieler zeigen aber Verständnis für die Situation, wollen helfen und äußern großes Interesse, nach dieser Krise wieder gemeinsam mit uns anzugreifen,“ so Deters weiter. Dazu entwickeln die Vareler Verantwortlichen gerade kreative Ideen, um weitere Unterstützung zu generieren. „Wir denken gerade in viele Richtungen, ähnliche Aktionen werden auch anderswo eingesetzt. Uns ist bewusst, dass wir jetzt auch etwas kreativer sein müssen als die Konkurrenz, deswegen sind wir aktuell noch nicht so weit, dass wir damit an die Öffentlichkeit gehen können,“ erklärt Deters. Auch der Kontakt zu den Sponsoren und Partnern soll nun langsam wieder aufgenommen werden. „Wir haben natürlich Verständnis für die wirtschaftliche Situation jedes einzelnen, hoffen aber auch, dass die Verbindung so stark ist, dass der größte Teil unser Unterstützer uns auch in Zukunft weiter die Treue hält. Dazu werden wir auch flexible und individuelle Modelle entwickeln,“ blicken die Verantwortlichen in die Zukunft. Ferner hofft man natürlich auch auf seine treuen Fans. „Wir beginnen trotz der Ungewissheit schon mit der Planung für den Dauerkarten-Verkauf. Hier hoffen wir auf das Vertrauen und die Treue unser Fans. In diesem Zusammenhang hoffen wir auch, dass es keine oder möglichst wenig Regressforderungen für die ausgefallenen Spiele geben wird. Aber falls doch, werden wir dafür sicher eine Lösung finden,“ setzt Pressesprecher André Seefeldt auf die Anhängerschaft. „Noch ist die Zukunft ungewiss, aber wir kämpfen aktuell unter erschwerten Bedingungen auf vielen Baustellen, um diese Krise zu überstehen und die folgenden Monate positiv zu gestalten,“ umreißt Deters die kommenden Aufgaben.