Seit Anfang August läuft die Vorbereitung bei den Handballern der SG VTB/Altjührden auf die neue Saison, die am Tag der Deutschen Einheit mit einem Auswärtsspiel beim HC Bremen beginnen soll. Grund genug ein kleines Zwischenfazit mit den beiden Trainer Andreas Szwalkiewicz und Dennis Graeve zu ziehen.

Andreas und Dennis, seit 3 Wochen befindet ihr Euch in der Vorbereitung. Wie sind die Wochen gelaufen?

Andreas Szwalkiewicz: Seit August trainieren wir wieder gemeinsam und haben den Schwerpunkt auf den Kraftbereich, die Schnelligkeit und die Koordination gelegt. Wir treffen uns 4 mal die Woche und versuchen mit Schwimmen und Training in der freien Natur etwas Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen. Und seit vergangener Woche trainieren wir auch wieder in der Halle mit dem Ball.

Warum verzichtet ihr weitestgehend auf die „heiß geliebten“ Ausdauerläufe?

Dennis Greave: Eigentlich befinden wir uns schon seit März in der Vorbereitung. Die Jungs haben sich bis Juni in Eigenverantwortung fit gehalten und nach einem Monat Pause auch wieder im Juli. Da hatte jeder Aufgaben u. a. auch für die Grundlagenausdauer bekommen. Und hier müssen wir wirklich die Disziplin der Spieler loben. Wir sind sehr zufrieden, was die Jungs selbstständig geleistet haben. Das haben wir so nicht erwartet. Dadurch können wir jetzt schon andere Schwerpunkte setzen.

Und welchen Eindruck habt ihr nach 3 Wochen gemeinsamen Training?

Andreas Szwalkiewicz: Es macht Spaß, mit den Jungs zusammenzuarbeiten. Alle ziehen sehr gut mit und die Leistungsbereitschaft stimmt bei allen. Zwar müssen sich einige erst an das Trainingsniveau anpassen, aber die ersten 3 Wochen stimmen uns optimistisch. Bedauerlich ist allerdings die schwere Verletzung von Lasse Thünemann. Er hat schon so einen lange Geschichte hinter sich und bekommt dann wieder so einen Schlag. Das tut mir persönlich sehr leid für ihn. Zumal er in den Planungen von Dennis und mir sowohl für den Angriff als auch für die Abwehr fest eingeplant war. Aber das gehört leider auch zum Sport, und wir hoffen, dass Lasse gestärkt aus dieser Situation wiederkommt.

Auf Grund der Nachverpflichtung von Dennis Wille nach Lasses Verletzung und der kürzlichen Zusage von Louis Kamp müsst ihr 6 Neuzugänge integrieren. Wie kommt ihr mit dieser Herausforderung zurecht?

Dennis Graeve: Dieser Umbruch darf nicht unterschätzt werden. Die neuen Spieler haben sich bisher sehr gut eingefügt, es sind alles feine Jungs. Allerdings machen es die sogenannten Alten ihnen aber wirklich leicht, einen guten Einstieg hinzubekommen. Man merkt schon jetzt, hier wächst eine Gemeinschaft zusammen. Aber sportlich liegt noch viel Arbeit vor uns. Das ist uns bewusst. Doch mit kleinen Erfolgen wird das Team immer weiter zusammenwachsen.

Wie sieht der Fahrplan bis zum ersten Spiel aus?

Andreas Szwalkiewicz: Wir werden den Trainingsschwerpunkt immer weiter auf das Handballspezifische verlegen. Anfang September haben wir noch ein Trainingslager. Außerdem bestreiten wir noch mehrere Freundschaftsspiele z. B. je 2 mal gegen die Drittligisten Aurich und Cloppenburg. Auch in diesem Jahr nehmen wir am Oldenburg-Cup teil, der leider ohne Zuschauer stattfinden muss. Aber mit 3 Drittligisten und 3 Oberligisten ist das für uns eine echte Standortbestimmung. Ob wir die Spiele gegen Aurich und Cloppenburg in unserer Halle vor Zuschauer ausgetragen können, ist leider noch nicht geklärt.

Wie lauten Eure Ziele bzw. was erwartet ihr von der Saison?

Dennis Graeve: Für ein definiertes Ziel ist es noch zu früh. Ich denke, die Liga wird dieses Jahr extrem ausgeglichen sein. Oben wird es vielleicht 3-4 Mannschaften geben und dahinter ähnlich wir im letzten Jahr ein sehr breites Mittelfeld. Wir müssen erst mal sehen, wo wir nach den ganzen personellen Veränderungen stehen. Zumal wir mit Rasmus den stärksten Torwart der Liga verloren haben. Man wird sehen, wie gut wir unseren Rhythmus nach dieser langen Pause finden. Gelingt uns das und bleiben wir vom Verletzungspech weitestgehend verschont, ist ohne sich festzulegen, sicher eine gute Platzierung möglich. Aber unser Auftaktprogramm ist anspruchsvoll und wir müssen vom ersten Spieltag an voll da sein.

Wie beeinträchtigt Euch Corona in Eurer Arbeit und Euren Planungen?

Dennis Graeve: Nach der ganzen Zeit nimmt man die Maßnahmen schon als völlig normal an. Trotzdem ist es natürlich äußerst schade, wahrscheinlich nicht vor voller Hütte spielen zu können. Denn die Jungs und wir, aber natürlich auch die Fans sind heiß auf Handball. Unsere Sportart lebt von der Unterstützung und Begeisterung der Zuschauer – nicht nur, aber auch besonders hier in Altjührden. Aber, es gibt die Hygienevorschriften, daran halten wir uns und setzen sie natürlich um.

Andreas Szwalkiewicz: Was uns in dieser speziellen Situation hilft, ist dass Dennis und ich uns quasi blind verstehen und wir mit Christoph Deters jemanden haben, der uns top den Rücken frei hält. So können wir uns voll auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren, was wie gesagt sehr viel Spaß macht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Unterdessen arbeiten die Verantwortlichen fieberhaft an einem Hygiene-Konzept, welches ermöglichen soll, vor möglichst vielen Zuschauern zu spielen. „Unser Hygiene-Konzept ist der Stabsstelle Corona vom Landkreis Friesland vorgelegt worden und wir warten jetzt auf das Feedback bzw. die Freigabe“ informiert Christoph Deters. Und Pressesprecher André Seefeldt ergänzt. „Noch können wir keine Details nennen, da wir noch nicht wissen, was die Behörden erlauben und welche Auflagen wir noch zusätzlich bekommen. Was wir aber schon jetzt wissen, egal wie das Konzept am Ende genehmigt wird, die Zuschauer müssen sich während wir das Konzept anwenden müssen auf gravierende Einschnitte und Veränderungen einstellen. Das wird sicher auch dem ein oder anderen Fan missfallen, aber wir müssen gewisse Auflagen einhalten und wollen trotzdem so vielen Fans wie möglich die Chance geben, unsere Spiele zu besuchen. Sobald wir die Genehmigung erhalten haben, werden wir zeitnah über die Abläufe informieren und hoffen auf das Verständnis unserer Fans in dieser speziellen Ausnahmesituation.“