Durch den „Lockdown light“ sind auch die Handballer der SG VTB/Altjührden ausgebremst worden. Nach einem verheißungsvollen Saisonstart mit 2 Siegen wurde die Saison bis Ende des Jahres unterbrochen. Wie es danach weitergeht ist noch nicht bekannt.

Keine Spiele und auch kein gemeinsames Training in der Halle – aus einer Mannschaft sind dadurch Einzelsportler geworden. „Die Jungs haben Vorgaben, wie sie sich individuell fit halten sollen, aber das ersetzt natürlich kein spezifisches Handballtraining“, beschreibt Trainer Dennis Graeve die Situation. „Außerdem veranstalten wir einmal die Woche ein Zoom-Meeting, damit wir als Mannschaft weiterhin regelmäßig zusammen kommen. Dabei wird auch, quasi am Bildschirm, gemeinsam trainiert. Und um etwas Abwechslung zu generieren, wollen wir auch mal einen externen Trainer zu diesen Meetings einladen, der mit den Spielern auch ganz andere Übungen macht und sie besonders fordert“, so Graeve weiter. Graeve hat vollstes Verständnis für die Situation, hätte aber natürlich gerne weitergespielt: „Die Gesundheit steht über allem, da ist es selbstverständlich, dass wir in dieser jetzigen Situation keine Spiele austragen dürfen. Auch wenn wir nach unserem tollen Saisonstart gerne weiter gespielt hätten. Wir waren gut drauf und hätten mit den Spielen gegen Bissendorf, Bremen und Delmenhorst die Brocken der Liga weggehabt. Jetzt müssen wir das Beste aus der Situation machen und hoffen, dass Mitte des Monats erste Lockerungen kommen und wir wenigstens wieder gemeinsam in der Halle trainieren dürfen.“ Aber das ist genauso unklar, wie der Weiterbetrieb der Saison. Noch wartet der Verband die weitere Entwicklung ab und gibt keine Tendenzen bezüglich weiteren Spielbetrieb. „Ich würde mir wünschen, wenn der Verband zumindest auf einige Vertreter der Vereine zugeht und diese bei der Entscheidungsfindung mit ins Boot nimmt“, hofft Altjührdens sportlicher Leiter Christoph Deters auf Mitspracherecht der Clubs. „Es gibt viele Gedankenspiele, z. B. ein Saisonende erst Ende Juli oder eine Einfachrunde, aber ein Überdrücken seitens des Verbandes ohne einen Ideenaustausch mit den Vereinen sehe ich skeptisch.“ Auch Graeve ist der Meinung, „dass es nicht noch eine Saison ohne Absteiger und eindeutig ausgespielte Aufsteiger geben darf. Da muss gemeinsam mit den Vereinen eine Lösung gefunden werden.“ Derweil machen sich die Verantwortlichen der SG VTB/Altjührden Gedanken, wie die nächsten Wochen ohne Spiele gestaltet werden können. Das Hygiene-Konzept beim Heimspiel gegen die TSG Hatten-Sandkrug hat weitestgehend funktioniert und wurde auch von der örtlichen Polizei gelobt. Es wird zwar einige Anpassungen geben, aber noch ist nicht klar, ob und wenn ja Spiele vor Zuschauern stattfinden werden. „Wir haben auch schon über eine Live-Übertragung im Internet nachgedacht, aber auf Grund der schlechten Internetverbindung in der Manfred-Schmidt-Sporthalle ist das nicht kurzfristig umsetzbar“, erklärt Pressesprecher André Seefeldt. Um eine entsprechende Verbindung zu verlegen, bedarf es enormen zeitlichen und auch finanziellen Aufwand. Trotzdem gibt es weitere Überlegungen, wie die Präsenz bis zum Weiterführen der Spiele erhalten bleiben soll. Ein erster Schritt wird die Ausweitung des Angebots im Fanshop sein. Spätestens Anfang Dezember wird es neue Kleidungsstücke auf der Homepage geben. Von den neuen exklusiven Designs versprechen sich die Verantwortlichen große Beliebtheit. „Die bisherige Resonanz bezüglich des Aussehens der neuen Produkte ist durchgehend positiv“, freut sich Seefeldt. „Außerdem haben wir noch Ideen für weitere Aktionen. Diese befinden sich aber noch in der Planung und bedürfen noch etwas Arbeit, bis konkrete Details bekannt gemacht werden können.“ Auch Geschäftsführer Piet Ligthart  weiß um die Schwere der Zeit und möchte sich auch deshalb für die Treue und Unterstützung bedanken: „Man hat bei unserem Heimspiel gemerkt, wie sehr den Menschen Handball gefehlt hat und was es ihnen bedeutet. Wir erfahren gerade in dieser Saison eine unglaubliche Solidarität. Obwohl viele Unternehmer und Privatpersonen in diesen schwierigen Zeiten selbst zurückstecken müssen, ist die Treue unserer Fans, Sponsoren und Partner ungebrochen. Einige Sponsoren bieten sogar finanzielle Hilfe an, um eventuelle Lücken zu schließen. Das ist großartig. Aber ich bin schon extrem dankbar, dass nahezu alle Sponsoren ihre Hilfe trotz aller Unwägbarkeiten aufrechterhalten. Das wird uns durch diese schwere Zeit bringen.“ Was bleibt ist viel Arbeit im Hintergrund, damit die SG VTB/Altjührden auch diese schweren Zeiten übersteht.